Freitag, 23. Oktober 2015

Jona hat was bewegt

¡Bueeeenas!
So schnell hört man dann doch mal wieder von mir. Nicht, dass das jetzt schlecht wär ;)

Das hat aber auch einen Grund, ich habe die Vormittage diese Woche echt gut Zeit gehabt und ja normalerweise müsste ich jetzt gerade in der Schule sein, aber warum das nicht so ist, will ich mal erzählen...

Ich glaube nicht, dass ich das schonmal in meinem Blog erwähnt habe, (ich sags mal einfach kurz und knaggisch) meine Schule ist echt scheiße. Ja wirklich nicht so toll da. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Schule echt winzig ist. In meiner Klasse sind noch ca. 11 andere Mitschüler (und ja das ist der komplette Jahrgang), da kann man sich denken, dass da nicht so viele Leute zum Reden und Kennenlernen sind. So nebenbei hat die ganze Schule 60-70 Schüler, nicht mehr. 
Ich habe auch schon mit einigen Freunden aus anderen Schulen geredet und die haben auch ziemlich alle gesagt, auf dieser Schule sind eher so die hyperaktiven Kinder mit reichen Eltern. Ehrlichgesagt habe ich auch genau diesen Eindruck gehabt.
Die meisten sind auch echt nicht so interessiert an nem Deutschen und reden dann auch echt nicht viel mit einem... Klar sind da auch Leute in der Klasse mit denen ich rede und alles und mich mal treffe (anders hätt ich die 2 Monate auf dieser Schule auch gar nicht ausgehalten), aber das reicht mir nicht wirklich, ich will in meinem Auslandsjahr so viele Leute wie möglich kennenlernen und in dieser Schule ist das unmöglich.

(Nun meine Ex-) Schule beim Tag der Fahne
Vor so ca. 3 Wochen hatten wir dann unser erstes Treffen mit unserer Area-Rep, also mit der Tante von YFU und mit ihr habe ich dann also dadrüber geredet und ja ich habe auf einen Schulwechsel gedrängt und sie auch letztendlich überzeugen können. Sie hat dann natürlich gesagt, sie würde sich sofort drum kümmern.
So wie ich sie schon kannte, wurde das natürlich nichts. Nach vielem Nachfragen hab ich mich einfach entschieden, selber zu suchen.
Direkt bei der ersten Schule, in der ich gefragt habe, hats geklappt und so musste ich nur noch einmal mit der Frau von YFU hingehn, um alles offiziell zu klären und zack war der Schulwechsel safe.
Ich bin so glücklich, dass ich das hinbekommen habe, vorallem weil diese Schule perfekt ist.
Sie ist groß, relativ nah, ich kann also Bus fahrn oder auch einfach laufen, ich kenne dort auch schon einige Leute und ich bin in der Klasse von Alicia (chillige andere Deutsche),
also alles bestens.
Die Tage geh ich dann mal die neue Schuluniform (keine Angst, diesmal wird sie nicht so spießig wie die alte) kaufen und am Montag gehts dann in der neuen Schule (Pio XII Hermanos Maristas) los.
Ich meld mich dann mal und erzähl wies so ist.


Es gibt noch mehr gute Nachrichten! Ich bin kein Hobbyloser mehr! Habe endlich nen Hobby.
Und zwar bin ich jetzt seit 2 Wochen in einer Fussballschule. 
Wir haben 4 mal die Woche Training und auch manchmal noch Spiele am Wochenende. 
Ich geh dort immer mit nem Freund aus der Nachbarschaft hin und macht echt Bock da. Die Jungs sind echt lässig drauf und ich kann die da mit meiner Körpergröße schon relativ zersägen :)
Die Fussballschule ist total neu (irgendwann in diesem Jahr wurde die eröffnet) und so sind die Plätze echt noch gut (ja gut einige Male spieln wir mit Hühnern aufm Platz. Ich glaube die sehen die Grassamen als Delikatesse oder sowas...).
Der Fussballverein gehört dem ecuadorianischen Ex-Nationalspieler Iván Kaviedes (isn Link, kann man ja mal googlen), der auch in Europa gude erfolgreich war.
Ich hab ihn beim Fussball auch schon persönlich kennengelernt.

Also alles safe, jetzt hab ich unter der Woche auch immer was zu tun nach der Schule und kann dabei viele Leute kennenlernen. Mit der Familie ist auch alles gut, mit meinen beiden Brüdern hab ich mich schon brüderlich verliebt und mit den Eltern kann ich mich mit meinem Spanisch jetzt immer öfter und länger unterhalten.
Übrigens das Baby, dass Anfang Dezember hier noch in die Familie kommt, ist nochmal ein Junge. Ich wünsche meiner Gastmutter hiermit alles Gute, alleine gegen 5 Männer ankämpfen, das wird was.


Ändert sich also grade einiges bei mir und ich bin so glücklich damit. Ich fühle mich hier sehr zuhause, alles ist Alltag und fühle mich schon langsam wie nen Ecuadorianer (ja gut müsste mir jetzt nur noch meine Haare dunkelbrau färben, aber das lassen wir lieber, die blonden Haare sind ja mein Ticket für die Mädels...). Auch wenn ich durch die Straße laufe, erkenne ich immer öfters Gesichter und alle grüßen einen, ich bin hier echt gut aufgenommen worden.

Wie ich jetzt gemerkt habe, muss man bei so nem Auslandsjahr echt auch mal selber Hand anlegen, dann kann man eigentlich fast alles was scheiße ist, irgendwie zurechtrücken.
Also sich niemals mit irgendwas zufrieden geben, wenns besser sein könnte!

Das war jetzt nochmal die philosophische Seite von mir und damit quäle ich euch nicht weiter mit meinen Weisheiten.
Ich fand das jetzt aber nochmal wichtig, dass ihr das erfahrt :)



Ich habe letzte Zeit einige Bilder angesammelt, die nie so zu den Blogeinträgen gepasst haben, ich hau die jetzt einfach mal hier rein. 
Bitte nicht beschweren, dass das jetzt hier so wahllos reingeklatscht wurde...


Unsere Kirche - nur gaaanz geringfügig anders als in Deutschland
mit Plastikgartenstühlen (die sind in Ecuador übrigens total beliebt
für so ziemlich jeden Ort, an dem man irgendwie sitzen will)
- "Iglesia Evangélica Alianza Cristiana y Misionera" heißt die Kirche,
damit kann ich jetzt nicht allzu viel anfangen,
(aber Brabra denke, kannst dir jetzt übersetzen, was das für ne Kirche ist)
Früchtetraum sogar im Supermarkt
...dafür ist die Fleischtheke dann doch eher einsilbig.
(hab hier übrigens ne deutsche Metzgerei entdeckt -> meine Rettung
 da treff ich mich jetzt ab und zu mit meinem österreichischen Onkel
 und dem deutschen Metzger um nen Bier zu trinken,
Bratworscht zu essen und zu erzählen)




Die 4 Blonden sind wir Austauschschüler
(ich versteh echt nicht warum mich immer alle fragen ob in Europa alle blond sind...)
Mitarbeiterin Eisdiele von Alicias Gastbruder, Alicia, Marie, Ich, Lukas aus Dänemark



Letzten Monat hab ich meinen Cousin Jefferson zu nem Auftrag in die Stadt San Miguel de Bolivar (ziemlich weit weg) begleitet. Während lauter Musik, guter Stimmung und Männergesang im Pick-Up konnten wir echt viel vom Land sehen. War nen geiler Ausflug. Sind dort über die Nacht geblieben und dann am nächsten Tag extra über nen Umweg nachhause gefahren, um den Vulkan Chimborazo zu sehen. Wie erfolgreich wir mit dem Vulkan-Sehen warn, kann man glaube auf den Bildern sehn...

...wie man sieht, sieht man nichts.

Dafür chilln da einfach mal wilde Lamas am Straßenrand


Info am Rande: Der Chimborazo ist der höchste Berg der Welt. 
Ja und das stimmt sogar, noch größer als der Mount Everest...
Das hier ist die fachrichtige Erklärung:

"An keinem Punkt der Erde ist die Distanz zwischen dem absoluten Erdmittelpunkt und dem Gipfelkreuz größer als hier. Denn der blaue Planet ist keine perfekte Kugel, sondern ein unregelmäßig geformter Geoid – er ist deshalb an Polen flacher als am Äquator und gleicht auch ansonsten eher einer zerknautschten Kartoffel. Mit 6384,6 Kilometern Entfernung überragt der Vulkan Chimborazo deshalb bei dieser Betrachtungsweise den Mount Everest (6382,4 Kilometer) um mehr als zwei Kilometer."

Mit Cousin Jefferson (da oben, wir warn nur am Fuße des Vulkans, wars eiskalt... vielleicht so 3 Grad)

Stadt Guaranda mit typischer ecuadorianischer Landschaft in der Sierra

bei der Finca mit Bruder Kuh und Bruder Juan David

Letztes Wochenende waren wir auf ner Piñeria (Ananas-Farm)
von nem Freund vom Vater. Sowas krankes großes hab ich noch
nie gesehen: Ananaspflanzen bis zum Horizont
Ich hab ihn natürlich direkt mal ausgefragt über alles und hab
das hier rausgefunden:
-es ist die 5. größte Ananasfarm in Ecuador
(ich kann mir zwar nix größeres vorstellen aber na gut...)
-insgesamt 400 Hektar groß (=4.000.000 m²)
-60.000 Ananas/Hektar -> besitzt also insges. 24 Millionen Ananas
-115 Mitarbeiter
-Export auch Europa (also vielleicht essen wir auch manchmal
seine Ananas... wer weiß)
Jona hat endlich seinen Traumjob bekommen:
Security-Guard
Mit mir hat die Kasse von der Eisdiele geklingelt,
ich hab natürlich alle Frauen angelockt und denen
hab ich dann klargemacht, dass hier gekauft wird!

Ecuador im Bananen-Überfluss - so Stände sieht man alle paar Meter
Endlich mal nen Familienbild (ist zwar nur nen kleiner Teil der Familie, aber besser als nix - Familie von Seite der Mutter)
von hinten links:  Gastmama Janeth, Gastpapa Gustavo, Onkel Darwin, Tante Isabel, Onkel Miguel, Onkel Bernhard                                                            (Österreicher)
von mitte links:   Tante Paula, Cousin Jonathan, Cousine Enid mit mir und ihrem Bruder Bernhard (sind jetzt beide in Wien                                                zum studieren, kann ich dann mal besuchen von Deutschland aus), Cousine Kathy
von vorne links:  Cousine Ruth, Gastbruder Juan David, Opa Bacilio, Gastbruder Gustavo Andrés



Da sind wir auch schon wieder am Ende angekommen, jetzt bin ich erstmal Infolos.

Durch meinen Blogmitarbeiter vom Standort Dreieich, Herrn Robin Tischer, kam ich auf die Idee, in einiger Zeit mal ein kleines Info-ABC über so ziemlich alles, was so interessant sein könnte, zu schreiben. Das Ding ist, ich weiß natürlich nicht, was euch so interessiert. Deswegen frage ich euch jetzt mal, was vielleicht spannend wäre zu wissen. Ich würde dann versuchen, Antworten zu finden und das irgendwie zusammenzustellen.
Am Besten einfach mal alles, was so einfällt, in die Kommentarbox unter diesem Eintrag schreiben.
Das packen wir!


Bis dahin, machet jut!
Beste Grüße vom Jona




Mittwoch, 21. Oktober 2015

Viva Guayaquil! Viva!

Moinsen, da bin ich mal wieder,

Tut mir leid, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet hab, aber wir hatten jetzt Ewigkeiten kein Internet mehr im Haus und ja ohne Internet geht nix. Aber jetzt heute waren die Internet-Fuzzis da und ham schön alles repariert. Jetzt habe ich mich sofort drangemacht, euch mit aktuellsten Infos zu versorgen...

Flagge Guayaquil und Ecuador
Und zwar waren so vor ca. 2 Wochen Ferien hier und ursprünglich wollten wir in die Stadt Manta direkt ans Meer fahren, alle haben ihre Sachen dafür gepackt und dann gings auch schon los. Aber nein, typisch Ecuador landet man natürlich nicht da wo man hinwill, sondern so ziemlich auf der anderen Seite von Ecuador, nämlich in der riesen Stadt Guayaquil. Der Vater musste da nochwas geschäftlich regeln und dann wollten wir eigentlich danach ans Meer fahrn. Hat sich aber alles irgendwie nicht so ergeben und dann sind wir die ganze Woche in Guayaquil geblieben. Auch nicht schlecht... Soll sowieso die schönste Stadt in Ecuador sein und gerade diese Tage, an denen wir da waren, war Unabhängigkeitstag von der Stadt dort und das wird riesig gefeiert und ist sogar im ganzen Land nen Nationalfeiertag.
Die Stadt ist wirklich richtig fett, unendlich riesig (sogar grösser als Quito). Woran man dort aber vereckt, ist die Hitze, echt unangenehm heiss und wenn dann auch noch direkt die tropische Sonne draufknallt ist alles vorbei. Ich hatte das Gefühl, dass man mindestens 5 Liter Wasser trinken muss, um kein Kopfweh dort zu bekommen... Und ja natürlich bekam ich da krankes Kopfweh, habs aber grad überlebt.
Ansonsten wie gesagt wird, ist die Stadt aber echt mega schön, weil sie direkt an 2 Flüssen liegt und echt alles hat, was das Kulturerherz schneller schlagen lässt. Wir haben jetzt ehrlichgesagt nicht so ganz Kulturprogramm gemacht, aber waren in einem Historischen Park und haben da nen Familientag verbracht, das war echt richtig schön, weil so mit der ganzen Familie machen wir normal echt nicht viel.
Natürlich hab ich auch ordentlich Bilder geschossen :)


Posen mit Papageien...
...und Posen mit menschlichen Papageien, die unbedingt nen Foto mit nem gutaussehenden blonden Jungen haben wollen (passiert öfters)




Die MÄNNER

Immer machen die Kinners Stress mit der Security, man man man...

Landen die Flugzeuge da einfach mal mitten in der Stadt
So ganz ehrlich hätte ich auch nix direkt gegen so ein Haus direkt am Ufer






100% ecuadorianischer Lifestyle
...der Tag war echt gut, haben total viel gesehen. Die restlichen Tage waren eher entspannter und nicht ganz so interessant. Am Tag der Unabhängigkeit war in der ganzen Stadt Programm und Feste, wir sind an die Uferpromenade gegangen, weil da so supertolle Wasserski-Stars aus den USA ihre Show gemacht haben. Ehrlichgesagt so ganz supertoll war das Event jetzt nicht...
nochmals Grüsse an meine beiden Pfarrerinnen, damit ihr mal sehen könnt wie ne Kirche (eher Kapelle) hier so von innen aussieht
Ansonsten sind wir nurnoch ein wenig durch die Stadt gelaufen und haben viel gegessen (viel Essen ist hier irgendwie schon ne Kultur). Ich will jetzt aber ja auch nicht so direkt sagen, dass ich ja Essen über alles hasse... Ich habe jetzt übrigens gelernt, dass ich echt aufpassen muss, was ich wo esse. Wie ich schonmal erzählt hab, gibts hier ja total viel Essen von der Strasse, aber man muss echt vorsichtig damit sein, vorallem wenn man nen europäischen Magen hat :) 
Ein Mädchen aus Deutschland auch, die mit mir hier in Santo Domingo ist, musste vor einiger Zeit ne Woche ins Krankenhaus, weil sie sich irgendwie ne Salmonellenvergiftung vom Essen geholt hat und ihrs dann echt beschissen ging. Also Leutzz, immer schön aufpassen und sich nicht von den Essenspreisen auf der Strasse anlocken lassen, hat schon nen Grund, warum das Essen da so billig ist.
Ist jetzt aber nicht so, dass man von allem Essen auf der Strasse Flatterschiss/Dünnschiss/Durchfall bekommt. Ehrlichgesagt passiert mir das aber schon relativ oft..

(Diesen Teil vom Blog, Thema "Essensverdauung" widme ich 100% meinen beiden durchgelutschten Apfelkumpanen Lion & Mattes, Jungs ich hoffe, es geht euch gut und hoffe, ihr habt die selben Probleme wie ich)

Das waren also meine Ferien, jetzt kenne ich schonmal Guayaquil, das ist sehr gut. Man kann eigentlich nicht in dieses Land reisen, ohne diese Stadt besucht zu haben.
Es gibt noch einiges mehr, was ich erzählen muss, dafür schreibe ich aber nochmal nen extra Blogeintrag, wir wollen ja, dass alles schön ordentlich sortiert hier in diesem Blog geschrieben steht.
Also ich hoffe, ich finde die Tage nochmal die Zeit alles Neue zu erzählen, es ändert sich nämlich grade einiges für mich hier. Aber klar, wenn ich was verändere, dann ist es immer positiv ;) 


In diesem Sinne, bis hoffentlich ziemlich bald, macht es gut, haut rein!
Euer Jona