Da bin ich schon wieder. Dieses Mal mit einem leider etwas anderen Blogeintrag. Ich weiß überhaupt nicht so richtig, wie ich das jetzt alles so aufschreiben kann. Über Trauriges zu erzählen, das bin ich nicht gewöhnt und musste gottseidank auch noch nie über ähnliches in meinem Blog berichten.
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| Küstenstadt Pedernales nach dem Erdbeben |
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| Erdbebenzonen (wie man sieht, ist Santo Domingo gerade so von dem schlimmsten verschont geblieben) |
In dem Moment in dem die Erde wackelte, war ich gerade mit Freunden in einem Einkaufszentrum in Quito, also weit (so 200km) entfernt von allem. Sogar bis dahin hat man es heftig gespürt.
Wir mussten das komplette Einkaufszentrum evakuieren, sonst ist aber nichts großartiges passiert dort.
Im ersten Moment sind wir alle davon ausgegangen, dass es ein ganz normales Beben war, wie das hier halt manchmal so passiert. Später wurde uns dann alles klar und in allen Medien war nur noch Rede von diesem einen Erdbeben. Die Zahlen der Toten und Vermissten wurde immer größer.
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| viele Verbindungsstraßen sind völlig zerstört (in einigen Orten werden deswegen die Lebensmittel knapp) |
Ein Mädchen aus meiner Organisation, die in einer der betroffenen Hafenstädte gewohnt hatte, hat leider nicht so viel Glück gehabt. Niemand konnte Kontakt zu ihr oder ihrer Gastfamilie aufbauen. Nach 3 Tagen Hoffen und Bangen kam dann die traurige Gewissheit ans Licht, unsere Freundin Nene aus unserer Austauschgruppe ist mitsamt ihrer ganzen Gastfamilie gestorben
(- Link zu Zeitungsartikel -).
Eine Bekannte zu verlieren, die in Ecuador genau das selbe gemacht hat wie man selber (nämlich ein Auslandsjahr, um Land und Leute kennenzulernen), ist ziemlich hart.
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| In jeder Stadt des Landes gibt es überall Möglichkeiten, die nötigen Spenden abzugeben |
Auch ich helfe, wo ich kann.
Vor einigen Tagen bin ich mit Freunden, einem LKW voller Spenden (Kleidung, Essen, Trinkwasser) und einem Arzt losgefahren in die betroffenen Orte nahe unserer Stadt.
Diese ganzen kleinen "Kuhdörfer" werden leider oft total vergessen, da in den Medien natürlich immer nur von den großen und heftigsten zerstörten Städten berichtet wird oder es einfach keine befahrbare Zugangsstraße mehr zu den kleinen Dörfern gibt.
Eine traurige, aber auch schöne Erfahrung.
Trauriger Anblick, immer die zerstörten Häuser zu sehen. Es trifft leider oft die armen Familien, da ihre Häuser eben nicht erdbebensicher gebaut wurden. Diese Leute zu sehen, die vorher kaum etwas hatten und jetzt mit gar nichts mehr vor ihrem eingestürzten Haus schlafen müssen, bringt einen echt zum Nachdenken, gibt einem aber auch einen starken Motivationskick weiter anzupacken.Das Erdbeben hat übrigens 4 Milliarden $ Schaden in Ecuador hervorgerufen, wovon leider nichtmal 20% versichert waren. Ein starker Schlag gegen das Land. Normalität wird hier lange nicht einkehren.
In meinem Jahr hier in Ecuador habe ich die Möglichkeit gehabt, fast alle vom Erdbeben betroffenen Städte kennen zu lernen. Damals waren sie alle noch "heil und ganz".
Für mich ist es schwer, sich jetzt vorstellen zu müssen, dass all diese schönen Orte, wo wir hingereist sind, um Urlaub zu machen, sich zu entspannen und Spaß zu haben, jetzt zerstört sind und nichts mehr so ist wie damals.
Dauernd sieht man Bilder in den Nachrichten und es kommt mir immer noch alles so irreal vor.
Weiterhin gibt es dauernd Nachbeben. Seit dem Hauptbeben, wurden noch weitere (aktuell) 900 Nachbeben registriert. Von denen können wir hier in Santo Domingo nur die stärksten
spüren, wie zum Beispiel vor ein paar Tagen ein Beben von 6,3, bei denen wir auch immer schnell das Haus verlassen müssen.
Meine Familie ist bestens ausgestattet mit Notrucksäcken und alles was man so braucht.
An sich finde ich, dass unser Haus echt modern und sicher ist. Also könnt ihr alle beruhigt um uns sein ;)
Die letzten 8 Wochen werde ich hier also ganz sicher überstehen und dann wieder fresh nachhause kommen.
Das Einzige, was wir nun machen können, ist zusammenhalten und mithelfen wo Hilfe gebraucht wird.
Ecuador ist jetzt natürlich (noch schlimmer als vorher) finanziell komplett geschwächt.
Hier ist man also auf jede einzelne Spende angewiesen, sodass weiter geholfen und aufgebaut werden und hier so schnell wie möglich wieder ein wenig Normalität einkehren kann.
Ich habe mich mal kundig gemacht, eine gute deutsche Spendenorganisation zu finden, bei der die komplette Spende auch wirklich bis hier in die Ferne nach Ecuador ankommt und wo man im Gegenzug eine Spendenbescheinigung bekommt.
Bin dabei auf diese beiden Organisationen gestoßen:
CARITAS International
-> Link zum Spendenaufruf für Ecuador:
http://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/lateinamerika/ecuador/ecuador-erdbeben?show=situation
DIAKONIE Katastrophenhilfe
-> Link zum Spendenaufruf für Ecuador:
http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/hilfe-weltweit/uebersicht-aller-projekte/erdbeben-ecuador.html
Wenn jemand spenden möchte, kann er dies am Besten bei diesen 2 Organisationen machen oder auch sonst woanders, Hauptsache die Hilfe kommt hier an. Das würde mich sehr glücklich machen.
Es ist wunderbar mit anzusehen, wie hier alle den Stolz gegenüber ihrem Land Ecuador bewahren und alles geben, damit das hier, dieser Alptraum, der alle unerwartet an diesem Samstagabend überwältigt hat, endlich aufhört.
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| Wir sind extra nochmal nach Quito gefahren, um ein perfektes Foto am Äquator zu schießen. Meiner Meinung nach waren wir verdammt erfolgreich! |
Man weiß nie, was im Leben auf einmal so passiert.
Also passt bitte auch auf euch auf.
Wir sehen uns in 8 Wochen (das klingt irgendwie nur noch wie ein langer Sommerurlaub...).
Bis dann, euer Jona




