Samstag, 12. Dezember 2015

Der Dschungel ruft

Da bin ich wieder, und immernoch kein bisschen weniger bezaubert von einem ganz bestimmten Teil diesen unglaublichen Landes Ecuador.
Der Dschungel.

Mit der Organisation und allen andern Austauschschülern gings in den Regenwald, hier auch Oriente oder Amazonia genannt.
Man kann dieses Gebiet einfach nicht mit Worten beschreiben, es ist einfach unbeschreiblich.
Der Regenwald bedeckt so ein unvorstellbar riesiges Gebiet auf der
Erde, aber trotzdem kennt diesen Ort eigentlich niemand so richtig persönlich, höchstens vielleicht aus dem "Dschungelbuch".
Ich kann mir jetzt aber erlauben zu sagen, ich war da!

Genauer gesagt hat es uns an den Rio Napo gebracht. Dieser Name sagt einem normalerweise nichts. Wenn ich aber behaupte, dass der Rio Napo in Peru mit einigen Zuflüssen dann Amazonas (ja wirklich, der weltberühmte Amazonas) heißt, dann sollte einem klar werden, wie bekannt dieser Fluss mal sein wird. 
Einfacher gesagt: Wir waren also am Baby-Amazonas.


Komme mir wirklich gerade vor wie ein Welteroberer, weil ich hier einfach so viel Unglaubliches, für Europäer im Traum nicht Vorstellbares, erlebe und entdecke.


Was soll man jetzt beschreiben, wenn man es also nicht mit Worten machen kann?
Nichtmal die Bilder können diese Faszination, die man dort zu bekommen spürt, verdeutlichen...


Von Quito gings mitsamt allen Kumpanen im Bus so 5 Stunden rein in den Urwald.
Wenn man sich denkt, dass Quito auf 3000 Metern liegt und man dann nur 5 Stunden fährt, dann kann man ja eigentlich nicht so weit aus dem Gebirge (Sierra) rausgekommen sein. Naja, so denkt man sich das zumindest... Aber nein, wir sind in Ecuador, da ist alles, wirklich alles möglich.
In Quito nach dem Frühstück bei Vulkanen, 6000 Meter hohen Bergen, 12 Grad und Regen in den Bus eingestiegen und pünktlich zum Mittagessen mitten im Dschungel bei 35 Grad, brennender Sonne und 95% Luftfeuchtigkeit ausgestiegen.


Mehr muss, kann und will ich gar nicht beschreiben, weil alle Worte nicht das erreichen würden, was sie eigentlich sollten. Vielleicht liegts auch einfach in meiner Inkompetenz im Schreiben in Deutsch...

Ich kann einfach nur sagen, ich bin sowasvon glücklich hier, ich erobere mein Land, bin jetzt fast 4 Monate hier, fast die Hälfte von allem ist leider schon um, es geht so schnell, die Anfangszeit und die Sprachhürden sind so gut wie überwunden und ich befinde mich mittendrin. Es läuft einfach.





Ecuador beherbergt die weltweit größte Vielfalt an Vogelarten, 1.640 der insgesamt 9.702 registrierten Spezies auf der Erde, das sind 17%, leben hier.
Auch die Hälfte aller Kolibri-Arten leben in Ecuador, da wars kein Wunder, dass wir dann gleich mal einen entdeckt haben. 


Bald kommt Weihnachten und das wird glaub ich schon sehr sehr anders werden. Letztens habe ich mit meinen Brüdern den Plastiktannenbaum aufgestellt und das hat mich schon ein bisschen an die echte Weihnachtszeit in Deutschland gesehnt, aber es wird bestimmt total spannend, wie das Fest hier so gefeiert wird.



Ich lasse mich überraschen. Bin auf alles gefasst ;)


Saludos navideños del Jona
-Weihnachtliche Grüße vom Jona

Sonntag, 15. November 2015

Erste Schulwoche 2.0 & Strandurlaub

Da bin ich wieder!

Der zweite Anlauf ist nun vollbracht. Und ich kann sagen, dieser Anlauf war sowasvon perfekt!
Ich habe jetzt meine zweite Schulwoche in meiner neuen Schule hinter mir und ich bin total glücklich.
Am ersten Tag schon wurde mir so gut wie die ganze Schule vorgestellt, naja ok gut ich war in den Pausen mit meinem Freund Jesus (ist wirklich sein zweiter Vorname und natürlich muss ich das mal ausnutzen, dass ich ne Person kenne, die Jesus heißt. Vielleicht kann er mich ja auf irgendne Weise von irgendwas heilen) unterwegs und wie man vermuten kann, hat er mich dann den hübschesten Chicas
(für die Dummen: Chica = weibliche Form von Chico 
-- für die doppelt-Dummen: Chico = Junge -> Schlussfolgerung: Chicas sind die Mädels) von der Schule vorgestellt. Aber auch ansonsten hab ich echt viele coole Leute kennengelernt und es macht so Spaß, mit allen zu reden.

Ansonsten will ich jetzt gar nicht so viel zutexten, ich hab ja schonmal von Schule hier erzählt.
Das was sich verändert hat, ist das jetzt morgendliche Beten vor der ersten Stunde (weil ich bin wirklich auf ner katholischen Schule gelandet), dass die Schuluniform wesentlich lässiger ist, dass jetzt doch ein wenig mehr Schüler in meiner Klasse sind (von vorher 12 auf der alten Schule auf jetzt exakt 49 inclusive mir auf der neuen) und dass wir jetzt auch immer samstags Schule haben (Grund ist "El Niño" - Das Christkind, ein Wetterphänomen, bei dem sich die Strömungsverhältnisse im Pazifik dramatisch ändern und es kommt immer zu Allemmöglichen und natürlich vorallem Chaos, Unwetter und Überschwemmungen. Dadurch hört das Schuljahr immer früher auf, weil nicht mehr unterrichtet werden kann und diese Stunden müssen halt samstag vorgearbeitet werden. Also so hab ich das jedenfalls verstanden...), aber ich bin schon der Meinung, dass ich mir ab und zu den Samstag mal freinehmen kann.

Und das Beste ist, ich bin jetzt einfach sowasvon glücklich in der Schule. Das war und wird glaub ich, die beste und wichtigste Entscheidung in meinem Jahr hier gewesen sein, auf diese Schule zu wechseln.
Ich rede hier so viel in der Schule, dass ich auch schon rausgeworfen wurde oder Diskussionen mit den Lehrern führen musste deswegen. Auch weiß ich jetzt gar nicht mehr, wann ich die ganzen Einladungen von allen Leuten hier annehmen soll, dazu gibts gar nicht so viel Zeit... Da merkt man doch schon mal, dass ich jetzt sehr viel bessere Probleme in der Schule habe ;)
Das wars von der Schule, ich bin jetzt glaube so 2 Wochen auf der Schule und hab mich schon perfekt eingefunden und bin über alles glücklich wies jetzt so ist.
Mein Auslandsjahr ist jetzt so endgültig in die richtige Phase eingetreten und alles ist Bestens, so solls sein.
Das Gefühl ist schon echt komisch aber irgendwie auch absolut geil (wohlschmeckend #Insider-Familie-Köhler), einfach mal fast jeden Morgen Lust auf die Schule zu haben. Ich glaube, werde zum Streber. Mein Gott, dass war schon immer mein Traum gewesen und jetzt ist es einfach wahr, ich bin Streber! (Ja gut, wenn man jetzt mal von meiner Mitarbeit und meinen Schwätzchen im Unterricht absieht).



Ich bin jetzt ja auch mit Alicia, der anderen Deutschen hier, in einer Klasse und da haben wir letztes verlängerte Wochenende prompt mal nen Kurzurlaub mit ihren beiden Brüdern am Strand verbracht.

Atacames - und die ganzen Strandbars (alle gleichen blauen Dächer am Strand)
Es hat uns ins relativ nahe Atacames gebracht. Ist eine Kleinstadt direkt am Meer, wo am Wochenende natürlich auch einiges los ist am Strand. Wir haben uns nen echt gutes Hotel im ruhigen Nachbarort Sua gegönnt, mit eigenem Haus, Himmelbetten und direkt am Strand. Naja und das ganze für sageundschreibe 8$ (7,40€) die Nacht, lässt einen doch schon mal gerne Urlaub in einem Traumhotel am Meer machen.
Wir warn natürlich viel Baden, Bootstour und in der Nacht Fiesta mit viel Tanzen in den Strandbars gemacht, so wies sich gehört.

Traumbar mitten im Pazifik
Die beste Entdeckung war eine Bar/Restaurant schwimmend mittem im Wasser, weit weg und ohne Anbindung zum Ufer. Man kann Ewigkeiten hinschwimmen oder einfach das zugehörige Boot nutzen. Aber wir (Hugo, der echt einer meiner besten Freunde geworden ist und ich) wären nicht wir, wenn wir nachts nicht zwischen den ganzen Fischerbooten mit ihren Netzen irgendwo im Wasser ohne Sicht, hingeschwommen wären. Wir haben da beide echt nen geilen Samstagabend verbracht, mit ernsten Gesprächen über unser zukünftiges Geschäftsleben, aber auch etwas später dann mit einigen Bier intus die lustigsten Geschichten über alles was man so reden kann
 -und natürlich Nachtbaden.

Hugo, Mauricio, Alicia und in deren Familie halbadoptierter Jona
Wenn man da das erste Mal hingeht oder einfach nur die Bilder sieht, denkt man sich ja schon: "Das ein oder andere Bierchen hier in diesem Traumplatz zu trinken oder noch besser, was zu essen, muss ja ein Höllengeld kosten." Aber nein meine Freunde der Nacht, wir sind hier in Ecuador und hier ist preislich alles möglich. Ein Bier hat ganze 1,50$ (so 1,40€), was noch viel billiger ist als an jedem anderen Ort aufm Festland. Fast der Supermarktpreis und dann auch noch gekühlt auf einer Trauminsel, was gibts besseres?

Fischerboote in Sua
(locker kommt das Bild hier in den nächsten Werbegeschenk-Kalender "Traumbilder vom Äquator" von der Apotheke)


Alles war perfekt, außer dass ich meine Unterwasserkamera ne Zeit am Strand vergessen habe und die dann natürlich sofort geklaut wurde. Das kann man noch verkraften, aber der geilste Scheiß ist uns Samstagnacht passiert:
Wir wollten mal an einen anderen Strand fahren, haben uns prompt verfahren, sind auf einen Sandweg direkt am Strand mit dem Auto gelandet und natürlich im Sand stecken geblieben. 1 Uhr nachts, nichts hilft. Nach stundenlanger Buddelei und erfolgloser Suche nach Menschen, die uns hätte helfen können, haben wir dann die Polizei gerufen und um Hilfe gebeten. "Jaja, sind schon aufm Weg", hieß es. Nach Ewigkeit warten kamen sie natürlich nicht. Ich habe mich mit Hugo auf einen 2-stündigen Fußweg gemacht um Menschheit zu finden, haben das dann auch geschafft und sind persönlich zur Polizeiwache gegangen und haben die Polizei dann wirklich überzeugen können. Um ungefähr 7 Uhr morgens haben wir, mithilfe eines Polizeijeeps, diese drecks Chinakarre endlich ausm Sand befreien können. 6 Stunden Buddelei und Suche. Schlafen.


In Ecuador kommts dann auch mal vor, dass da einfach mal so ne Robbe in deinem Hotel landet. Diese Robbe hat grad den ganzen Weg von den Galapagos-Inseln bis zur Küste (ca. 1000km) nonstop zurückgelegt und war dann natürlich erstma bissi müd nach dieser kleinen aber feinen Reise und dachte sich warum nicht im Hotel ausspannen...


Sonntag dann natürlich bis nachmittags geschlafen und dann Abfahrt nach Hause.War echt das geilste Wochenende, was ich hier bis jetzt hatte und vorallem hab ich jetzt endlich den Punkt abgearbeitet, das ecuadorianische Meer endlich zu sehen.



Nächste Woche gehts dann direkt weiter auf die nächste Reise mit der Organisation in den Oriente, also in den Regenwald. Ich hab so kranke Vorfreude dadrauf, das kann man sich gar nicht denken und vorallem seh ich die ganzen andern Austausschüler wieder und das wird Eskalation pur!


Alles safe hier unten am Äquator, mir gehts gut. Bin, wie man merkt, grad auf Expeditionstour, um Ecuador zu entdecken und erobern. Mein Land gefällt mir immer besser und besser.
"Ecuador du bist mein"
Mit diesem schönen (übrigens ganz allein selbst ausgedachten) Einzeiler-Liebesgedicht verabschiede ich mich.
Haut rein,
Euer Jona

Freitag, 23. Oktober 2015

Jona hat was bewegt

¡Bueeeenas!
So schnell hört man dann doch mal wieder von mir. Nicht, dass das jetzt schlecht wär ;)

Das hat aber auch einen Grund, ich habe die Vormittage diese Woche echt gut Zeit gehabt und ja normalerweise müsste ich jetzt gerade in der Schule sein, aber warum das nicht so ist, will ich mal erzählen...

Ich glaube nicht, dass ich das schonmal in meinem Blog erwähnt habe, (ich sags mal einfach kurz und knaggisch) meine Schule ist echt scheiße. Ja wirklich nicht so toll da. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Schule echt winzig ist. In meiner Klasse sind noch ca. 11 andere Mitschüler (und ja das ist der komplette Jahrgang), da kann man sich denken, dass da nicht so viele Leute zum Reden und Kennenlernen sind. So nebenbei hat die ganze Schule 60-70 Schüler, nicht mehr. 
Ich habe auch schon mit einigen Freunden aus anderen Schulen geredet und die haben auch ziemlich alle gesagt, auf dieser Schule sind eher so die hyperaktiven Kinder mit reichen Eltern. Ehrlichgesagt habe ich auch genau diesen Eindruck gehabt.
Die meisten sind auch echt nicht so interessiert an nem Deutschen und reden dann auch echt nicht viel mit einem... Klar sind da auch Leute in der Klasse mit denen ich rede und alles und mich mal treffe (anders hätt ich die 2 Monate auf dieser Schule auch gar nicht ausgehalten), aber das reicht mir nicht wirklich, ich will in meinem Auslandsjahr so viele Leute wie möglich kennenlernen und in dieser Schule ist das unmöglich.

(Nun meine Ex-) Schule beim Tag der Fahne
Vor so ca. 3 Wochen hatten wir dann unser erstes Treffen mit unserer Area-Rep, also mit der Tante von YFU und mit ihr habe ich dann also dadrüber geredet und ja ich habe auf einen Schulwechsel gedrängt und sie auch letztendlich überzeugen können. Sie hat dann natürlich gesagt, sie würde sich sofort drum kümmern.
So wie ich sie schon kannte, wurde das natürlich nichts. Nach vielem Nachfragen hab ich mich einfach entschieden, selber zu suchen.
Direkt bei der ersten Schule, in der ich gefragt habe, hats geklappt und so musste ich nur noch einmal mit der Frau von YFU hingehn, um alles offiziell zu klären und zack war der Schulwechsel safe.
Ich bin so glücklich, dass ich das hinbekommen habe, vorallem weil diese Schule perfekt ist.
Sie ist groß, relativ nah, ich kann also Bus fahrn oder auch einfach laufen, ich kenne dort auch schon einige Leute und ich bin in der Klasse von Alicia (chillige andere Deutsche),
also alles bestens.
Die Tage geh ich dann mal die neue Schuluniform (keine Angst, diesmal wird sie nicht so spießig wie die alte) kaufen und am Montag gehts dann in der neuen Schule (Pio XII Hermanos Maristas) los.
Ich meld mich dann mal und erzähl wies so ist.


Es gibt noch mehr gute Nachrichten! Ich bin kein Hobbyloser mehr! Habe endlich nen Hobby.
Und zwar bin ich jetzt seit 2 Wochen in einer Fussballschule. 
Wir haben 4 mal die Woche Training und auch manchmal noch Spiele am Wochenende. 
Ich geh dort immer mit nem Freund aus der Nachbarschaft hin und macht echt Bock da. Die Jungs sind echt lässig drauf und ich kann die da mit meiner Körpergröße schon relativ zersägen :)
Die Fussballschule ist total neu (irgendwann in diesem Jahr wurde die eröffnet) und so sind die Plätze echt noch gut (ja gut einige Male spieln wir mit Hühnern aufm Platz. Ich glaube die sehen die Grassamen als Delikatesse oder sowas...).
Der Fussballverein gehört dem ecuadorianischen Ex-Nationalspieler Iván Kaviedes (isn Link, kann man ja mal googlen), der auch in Europa gude erfolgreich war.
Ich hab ihn beim Fussball auch schon persönlich kennengelernt.

Also alles safe, jetzt hab ich unter der Woche auch immer was zu tun nach der Schule und kann dabei viele Leute kennenlernen. Mit der Familie ist auch alles gut, mit meinen beiden Brüdern hab ich mich schon brüderlich verliebt und mit den Eltern kann ich mich mit meinem Spanisch jetzt immer öfter und länger unterhalten.
Übrigens das Baby, dass Anfang Dezember hier noch in die Familie kommt, ist nochmal ein Junge. Ich wünsche meiner Gastmutter hiermit alles Gute, alleine gegen 5 Männer ankämpfen, das wird was.


Ändert sich also grade einiges bei mir und ich bin so glücklich damit. Ich fühle mich hier sehr zuhause, alles ist Alltag und fühle mich schon langsam wie nen Ecuadorianer (ja gut müsste mir jetzt nur noch meine Haare dunkelbrau färben, aber das lassen wir lieber, die blonden Haare sind ja mein Ticket für die Mädels...). Auch wenn ich durch die Straße laufe, erkenne ich immer öfters Gesichter und alle grüßen einen, ich bin hier echt gut aufgenommen worden.

Wie ich jetzt gemerkt habe, muss man bei so nem Auslandsjahr echt auch mal selber Hand anlegen, dann kann man eigentlich fast alles was scheiße ist, irgendwie zurechtrücken.
Also sich niemals mit irgendwas zufrieden geben, wenns besser sein könnte!

Das war jetzt nochmal die philosophische Seite von mir und damit quäle ich euch nicht weiter mit meinen Weisheiten.
Ich fand das jetzt aber nochmal wichtig, dass ihr das erfahrt :)



Ich habe letzte Zeit einige Bilder angesammelt, die nie so zu den Blogeinträgen gepasst haben, ich hau die jetzt einfach mal hier rein. 
Bitte nicht beschweren, dass das jetzt hier so wahllos reingeklatscht wurde...


Unsere Kirche - nur gaaanz geringfügig anders als in Deutschland
mit Plastikgartenstühlen (die sind in Ecuador übrigens total beliebt
für so ziemlich jeden Ort, an dem man irgendwie sitzen will)
- "Iglesia Evangélica Alianza Cristiana y Misionera" heißt die Kirche,
damit kann ich jetzt nicht allzu viel anfangen,
(aber Brabra denke, kannst dir jetzt übersetzen, was das für ne Kirche ist)
Früchtetraum sogar im Supermarkt
...dafür ist die Fleischtheke dann doch eher einsilbig.
(hab hier übrigens ne deutsche Metzgerei entdeckt -> meine Rettung
 da treff ich mich jetzt ab und zu mit meinem österreichischen Onkel
 und dem deutschen Metzger um nen Bier zu trinken,
Bratworscht zu essen und zu erzählen)




Die 4 Blonden sind wir Austauschschüler
(ich versteh echt nicht warum mich immer alle fragen ob in Europa alle blond sind...)
Mitarbeiterin Eisdiele von Alicias Gastbruder, Alicia, Marie, Ich, Lukas aus Dänemark



Letzten Monat hab ich meinen Cousin Jefferson zu nem Auftrag in die Stadt San Miguel de Bolivar (ziemlich weit weg) begleitet. Während lauter Musik, guter Stimmung und Männergesang im Pick-Up konnten wir echt viel vom Land sehen. War nen geiler Ausflug. Sind dort über die Nacht geblieben und dann am nächsten Tag extra über nen Umweg nachhause gefahren, um den Vulkan Chimborazo zu sehen. Wie erfolgreich wir mit dem Vulkan-Sehen warn, kann man glaube auf den Bildern sehn...

...wie man sieht, sieht man nichts.

Dafür chilln da einfach mal wilde Lamas am Straßenrand


Info am Rande: Der Chimborazo ist der höchste Berg der Welt. 
Ja und das stimmt sogar, noch größer als der Mount Everest...
Das hier ist die fachrichtige Erklärung:

"An keinem Punkt der Erde ist die Distanz zwischen dem absoluten Erdmittelpunkt und dem Gipfelkreuz größer als hier. Denn der blaue Planet ist keine perfekte Kugel, sondern ein unregelmäßig geformter Geoid – er ist deshalb an Polen flacher als am Äquator und gleicht auch ansonsten eher einer zerknautschten Kartoffel. Mit 6384,6 Kilometern Entfernung überragt der Vulkan Chimborazo deshalb bei dieser Betrachtungsweise den Mount Everest (6382,4 Kilometer) um mehr als zwei Kilometer."

Mit Cousin Jefferson (da oben, wir warn nur am Fuße des Vulkans, wars eiskalt... vielleicht so 3 Grad)

Stadt Guaranda mit typischer ecuadorianischer Landschaft in der Sierra

bei der Finca mit Bruder Kuh und Bruder Juan David

Letztes Wochenende waren wir auf ner Piñeria (Ananas-Farm)
von nem Freund vom Vater. Sowas krankes großes hab ich noch
nie gesehen: Ananaspflanzen bis zum Horizont
Ich hab ihn natürlich direkt mal ausgefragt über alles und hab
das hier rausgefunden:
-es ist die 5. größte Ananasfarm in Ecuador
(ich kann mir zwar nix größeres vorstellen aber na gut...)
-insgesamt 400 Hektar groß (=4.000.000 m²)
-60.000 Ananas/Hektar -> besitzt also insges. 24 Millionen Ananas
-115 Mitarbeiter
-Export auch Europa (also vielleicht essen wir auch manchmal
seine Ananas... wer weiß)
Jona hat endlich seinen Traumjob bekommen:
Security-Guard
Mit mir hat die Kasse von der Eisdiele geklingelt,
ich hab natürlich alle Frauen angelockt und denen
hab ich dann klargemacht, dass hier gekauft wird!

Ecuador im Bananen-Überfluss - so Stände sieht man alle paar Meter
Endlich mal nen Familienbild (ist zwar nur nen kleiner Teil der Familie, aber besser als nix - Familie von Seite der Mutter)
von hinten links:  Gastmama Janeth, Gastpapa Gustavo, Onkel Darwin, Tante Isabel, Onkel Miguel, Onkel Bernhard                                                            (Österreicher)
von mitte links:   Tante Paula, Cousin Jonathan, Cousine Enid mit mir und ihrem Bruder Bernhard (sind jetzt beide in Wien                                                zum studieren, kann ich dann mal besuchen von Deutschland aus), Cousine Kathy
von vorne links:  Cousine Ruth, Gastbruder Juan David, Opa Bacilio, Gastbruder Gustavo Andrés



Da sind wir auch schon wieder am Ende angekommen, jetzt bin ich erstmal Infolos.

Durch meinen Blogmitarbeiter vom Standort Dreieich, Herrn Robin Tischer, kam ich auf die Idee, in einiger Zeit mal ein kleines Info-ABC über so ziemlich alles, was so interessant sein könnte, zu schreiben. Das Ding ist, ich weiß natürlich nicht, was euch so interessiert. Deswegen frage ich euch jetzt mal, was vielleicht spannend wäre zu wissen. Ich würde dann versuchen, Antworten zu finden und das irgendwie zusammenzustellen.
Am Besten einfach mal alles, was so einfällt, in die Kommentarbox unter diesem Eintrag schreiben.
Das packen wir!


Bis dahin, machet jut!
Beste Grüße vom Jona




Mittwoch, 21. Oktober 2015

Viva Guayaquil! Viva!

Moinsen, da bin ich mal wieder,

Tut mir leid, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet hab, aber wir hatten jetzt Ewigkeiten kein Internet mehr im Haus und ja ohne Internet geht nix. Aber jetzt heute waren die Internet-Fuzzis da und ham schön alles repariert. Jetzt habe ich mich sofort drangemacht, euch mit aktuellsten Infos zu versorgen...

Flagge Guayaquil und Ecuador
Und zwar waren so vor ca. 2 Wochen Ferien hier und ursprünglich wollten wir in die Stadt Manta direkt ans Meer fahren, alle haben ihre Sachen dafür gepackt und dann gings auch schon los. Aber nein, typisch Ecuador landet man natürlich nicht da wo man hinwill, sondern so ziemlich auf der anderen Seite von Ecuador, nämlich in der riesen Stadt Guayaquil. Der Vater musste da nochwas geschäftlich regeln und dann wollten wir eigentlich danach ans Meer fahrn. Hat sich aber alles irgendwie nicht so ergeben und dann sind wir die ganze Woche in Guayaquil geblieben. Auch nicht schlecht... Soll sowieso die schönste Stadt in Ecuador sein und gerade diese Tage, an denen wir da waren, war Unabhängigkeitstag von der Stadt dort und das wird riesig gefeiert und ist sogar im ganzen Land nen Nationalfeiertag.
Die Stadt ist wirklich richtig fett, unendlich riesig (sogar grösser als Quito). Woran man dort aber vereckt, ist die Hitze, echt unangenehm heiss und wenn dann auch noch direkt die tropische Sonne draufknallt ist alles vorbei. Ich hatte das Gefühl, dass man mindestens 5 Liter Wasser trinken muss, um kein Kopfweh dort zu bekommen... Und ja natürlich bekam ich da krankes Kopfweh, habs aber grad überlebt.
Ansonsten wie gesagt wird, ist die Stadt aber echt mega schön, weil sie direkt an 2 Flüssen liegt und echt alles hat, was das Kulturerherz schneller schlagen lässt. Wir haben jetzt ehrlichgesagt nicht so ganz Kulturprogramm gemacht, aber waren in einem Historischen Park und haben da nen Familientag verbracht, das war echt richtig schön, weil so mit der ganzen Familie machen wir normal echt nicht viel.
Natürlich hab ich auch ordentlich Bilder geschossen :)


Posen mit Papageien...
...und Posen mit menschlichen Papageien, die unbedingt nen Foto mit nem gutaussehenden blonden Jungen haben wollen (passiert öfters)




Die MÄNNER

Immer machen die Kinners Stress mit der Security, man man man...

Landen die Flugzeuge da einfach mal mitten in der Stadt
So ganz ehrlich hätte ich auch nix direkt gegen so ein Haus direkt am Ufer






100% ecuadorianischer Lifestyle
...der Tag war echt gut, haben total viel gesehen. Die restlichen Tage waren eher entspannter und nicht ganz so interessant. Am Tag der Unabhängigkeit war in der ganzen Stadt Programm und Feste, wir sind an die Uferpromenade gegangen, weil da so supertolle Wasserski-Stars aus den USA ihre Show gemacht haben. Ehrlichgesagt so ganz supertoll war das Event jetzt nicht...
nochmals Grüsse an meine beiden Pfarrerinnen, damit ihr mal sehen könnt wie ne Kirche (eher Kapelle) hier so von innen aussieht
Ansonsten sind wir nurnoch ein wenig durch die Stadt gelaufen und haben viel gegessen (viel Essen ist hier irgendwie schon ne Kultur). Ich will jetzt aber ja auch nicht so direkt sagen, dass ich ja Essen über alles hasse... Ich habe jetzt übrigens gelernt, dass ich echt aufpassen muss, was ich wo esse. Wie ich schonmal erzählt hab, gibts hier ja total viel Essen von der Strasse, aber man muss echt vorsichtig damit sein, vorallem wenn man nen europäischen Magen hat :) 
Ein Mädchen aus Deutschland auch, die mit mir hier in Santo Domingo ist, musste vor einiger Zeit ne Woche ins Krankenhaus, weil sie sich irgendwie ne Salmonellenvergiftung vom Essen geholt hat und ihrs dann echt beschissen ging. Also Leutzz, immer schön aufpassen und sich nicht von den Essenspreisen auf der Strasse anlocken lassen, hat schon nen Grund, warum das Essen da so billig ist.
Ist jetzt aber nicht so, dass man von allem Essen auf der Strasse Flatterschiss/Dünnschiss/Durchfall bekommt. Ehrlichgesagt passiert mir das aber schon relativ oft..

(Diesen Teil vom Blog, Thema "Essensverdauung" widme ich 100% meinen beiden durchgelutschten Apfelkumpanen Lion & Mattes, Jungs ich hoffe, es geht euch gut und hoffe, ihr habt die selben Probleme wie ich)

Das waren also meine Ferien, jetzt kenne ich schonmal Guayaquil, das ist sehr gut. Man kann eigentlich nicht in dieses Land reisen, ohne diese Stadt besucht zu haben.
Es gibt noch einiges mehr, was ich erzählen muss, dafür schreibe ich aber nochmal nen extra Blogeintrag, wir wollen ja, dass alles schön ordentlich sortiert hier in diesem Blog geschrieben steht.
Also ich hoffe, ich finde die Tage nochmal die Zeit alles Neue zu erzählen, es ändert sich nämlich grade einiges für mich hier. Aber klar, wenn ich was verändere, dann ist es immer positiv ;) 


In diesem Sinne, bis hoffentlich ziemlich bald, macht es gut, haut rein!
Euer Jona









Dienstag, 29. September 2015

Erstes Problem und Bushwalk im Regenwald

Guten Abend liebe Fangemeischaft ;)

Ich sitze jetzt grade auf unserer großen Dachterrasse und genieße die Sonnenstrahlen.
Die letzten Tage waren ein bisschen komisch für mich...
Ich gebe ja zu, die ersten vielleicht 2 Wochen war ich echt viel unterwegs, meistens mit Leuten aus der Familie oder aus der Nachbarschaft in der Stadt, weil natürlich will man, wenn man an so einem ganz neuen Ort ist, diesen auch perfekt erkunden. Das hab ich dann also gemacht.
Vor 2 Wochen ungefähr bekomme ich dann von meiner Cousine gesagt, mein Gastvater wär bei ihrer Familie gewesen und hätte sich über mich aufgeregt, dass ich so oft weggehen würde.
Das war erstmal ein Schock für mich, weil die Eltern haben ja immer gesagt "Ja, natürlich kannst du in die Stadt gehen". Nach ein bisschen Bedenkzeit hab ich mir dann überlegt, es ist besser, ich spreche mit ihnen nicht darüber. Wenn sie mich nicht darüber ansprechen, kann es ja schon nicht so schlimm sein.
Ab dem Punkt bin ich vorsichtshalber eigentlich gar nicht mehr vom Haus weggegangen.
Habe dann halt mehr mit den kleinen Brüdern gemacht oder war halt nur im Park vorm Haus.
So dachte ich mir dann, mache ich das ein paar Wochen und dann werden die sich schon abregen.
Naja und dann bekomme ich vor ungefähr einer Woche ne Nachricht von meiner Area-Rep (=Frau, von der Organisation, die hier in der Stadt wohnt), sie muss unbedingt mit mir reden.
Und noch am selben Tag bin ich bei ihr angetanzt und sie erzählte mir, meine Eltern haben sich bei ihr gemeldet und gesagt, sie machen sich Sorgen um mich, weil ich viel zu viel weggehen würde.
Also nochmal ein Schlag gegen den Kopf. Ich habe mich eigentlich nur noch gefragt, warum beschweren sie sich bei jedem über mich nur nicht bei mir??! 
Die Area-Rep konnte dazu nur sagen, die Kultur sei so.
-> Also Ecuador-Merke: Man bekommt viel erst über Dritte mit, was natürlich komplett anders ist, als das Direkte, was wir von Deutschland kennen.
Natürlich habe ich dann auch ziemlich bald mit meinen Gasteltern geredet und das Gespräch ist schon besser gelaufen, als ich gedacht hätte. Wir haben den Kompromiss gefunden, dass ich unter der Woche nicht so oft rausgehe, aber dafür auch mal am Wochenende was mit Freunden abends machen kann.
Jetzt fängt man mal richtig an zu schätzen, wie viel einfacher das mit dem Rausgehen und Freundetreffen in Deutschland ist. Zwei komplett unterschiedliche Kulturen eben.
Aber hat sich nun eigentlich alles geregelt und mit der Familie ist jetzt echt nett.

Ich soll der ganzen Familie Englisch beibringen... So 100% Lust hab ich jetzt ehrlich gesagt nicht, aber ja gut wenn ich hier so sehe wie grauenhaft das mit dem Englisch hier in den Schulen vor sich geht, dann fühl ich mich fast gezwungen dabei zu helfen, dass sich das verbessert, oder wenigstens in dieser Familie.

So jetzt kommen wir mal zum schönen Teil: Ich war jetzt zwei darauffolgende Freitage mit der Klasse in einem Naturreservat etwas außerhalb von Santo Domingo und konnte in nem riesigen Gebiet den Regenwald mit allen möglichen Pflanzen und Tieren entdecken. Wir haben also wirklich so nen richtigen Bushwalk gemacht mit allem was dazugehört. Ich würde sagen, ich berichte jetzt gar nicht mehr davon, sondern lass einfach mal einige Bilder, die ich dort gemacht habe, erzählen. (Ich hab zwar keine Ahnung, was ich da so alles fotografiert habe, aber als Bezeichnung reicht ja Regenwald-Pflanze, oder nicht?)

Darf ich vorstellen: Der tropische Regenwald


Ananasbaum
größte Bambusart der Welt


So ein Regenwald ist doch schon ein bisschen anderer Wald als unsere
(naja ich will jetzt nicht sagen eher langweiligeren, aber doch...) Laub- und Nadelwälder in Europa

Meine erste Kakaobohne!!
(kenne sie sonst nur aus Galileo-Sendungen hahah)


Jawoll, auch Schweine gibts hier im Wald

Jawoll! Rosa Bananen (que linda!)
Wozu zu Aldi gehn, um nen paar Bananen zu kaufen?
Bananenbaumwald
Ich nenne sie die "Männerwurzel" ;)




Liebe überall (oder hat der Affe einfach nur Angst vorm Jona,
der zu nah ran geht, um 's gude Foddo mit de Foddo zu schieße?)


Mit Klassenkameraden am Mataphalo-Baum (Indianer-Style)
Danach waren wir dann nur ein gaaaanz kleines bisschen nass und dreckig



Die 3 Ausländer auf der Schule


Ich erlebe hier also auch echt schon tolle Dinge.
Im November gibts übrigens ne Reise mit meiner Organisation nach Amazonia in den Regenwald, und das ist dann richtig richtig Regenwald. Da freu ich mich schon fett drauf.

Ich entschuldige mich auch grad nochmal bei meinem Angestellten, der für mich diesen Blog schreibt, dass das mit dem grammatisch-richtigen Deutsch bei ihm nicht mehr so klappt.
Also im Ernst wird das für mich schon langsam echt schwierig, passende Sätze zu finden, die zudem auch noch richtig sind. Und ja das feier ich schon auf ne Weise. Ist nen gutes Zeichen :)
Also reescht euch net uff, dass das stilistisch nicht mehr alles so ne 1 hier ist, aber Hauptsache, ihr peilt, was ich euch sagen will. (Falls mal wieder nicht, sofort losfragen!)

In diesem Sinne macht es gut, bis denne
Euer Jona