Sonntag, 27. März 2016

3 Monate Ferien = schönes Leben

Gude,

Da melde ich mich doch endlich mal wieder. Ob man es glaubt oder nicht, ich lebe doch noch und kann euch weiter berichten. 

Endlich ein Familienbild
v.l.: Bruder Wilo, Papa Wilo, Ich, Mama Miriam, Bruder Diego, Oma Elsita
Es ist nun mal Ferienzeit und das bedeutet viel Zeit, aber den Blog vergisst man dann doch einfach mal so.
So ein Ferientag sieht bei uns in der Regel immer ähnlich aus: Ich mache wirklich alles mit meinem Bruder Diego. Wir verstehen uns richtig gut, perfekt kann man schon sagen. Leben in einem Zimmer zusammen und das ist sogar entspannter, als ich mir gedacht habe. So hat man immer einen zum Reden, zum Nerven, zum Lachen. 

Mit Freunden in Ecuadortrikots stehen wir der "Seleccion"
(ecuadorianische Nationalmannschaft) immer bei
Unser Ferientag also: Wir stehen irgendwann mittags auf, entdecken etwas Essbares, essen, entspannen, nichts tun, abends dann mit Freunden treffen, wir finden immer irgendwas zum Anstellen, zusammen den Abend verbringen, oft bis in die Nacht bis in den Morgen, nachhause kommen, schlafen, mittags aufstehen.... Und immer so weiter. Manchmal verbringen wir den Tag auch in unserer Finca.
Eben genauso wie Ferien sein müssen. Diese Zeit genieße ich einfach sowas von und ich sage, dies ist die beste Zeit hier, auch wenn ich Schule und die Leute da doch ein bisschen vermisse...
(ein ganz kleines bisschen). 


Ferien, 3 Monate lang, das ist doch was Wunderbares. Und nein mir wird eigentlich nie langweilig, wie ich vorher immer gedacht hatte, dass mir diese 3 Monate dann doch ein wenig lang werden könnten.
Nichts von allem dem. Verbringe die Zeit ja auch noch mit einigen Reisen.

Meine letzte Reise war ein Trip mit der Organisation und es ging auf Vulkanreise / Ruta de los Volcanes.
Wir haben einmal das Gebirge, also die Anden vom Norden bis in den Süden mit einem Bus und einem Guide durchfahren und haben so verdammt viel gesehen. Mit den Freunden von YFU wurde die Reise wirklich zu was Wunderbarem und Einzigartigen. Es hat total Spaß gemacht. 
Vulkan Tungurahua ist am spucken,
wir sehen live zu
Vulkanreise heißt natürlich Vulkane sehen. Wir hatten aber mal wieder wirklich Glück, dass wir gerade in dem Moment am Vulkan Tungurahua waren, als dieser ausbrach. Das war dann nach dem Cotopaxi (am Anfang meines Jahres hier) der zweite Liveausbruch, den ich miterleben durfte.

Ecuador (=spanisch: Äquator)
Uns beide trennt nur die Äquatorlinie
(sie auf der Nordhalbkugel,
ich auf der Südhalbkugel)
Vom Hausberg Pichincha - Blick auf Quito



Mit der YFU-Gruppe in der Altstadt Quitos

So läuft man hier als 100%iger Ecuadorianer immer noch rum,
Die altbekannten Trachten sind also weiterhin topaktuell
Laguna Cuicocha
(Vulkankratersee)
typisch ecuadorianisches Straßenbild






von links: Lama, Jona, Lama
(man könnte mich ja sonst mit denen verwechseln)
An originalen Ruinen von den Inkas
- in Ingapirca -





Condor Cocha - Lagune
unterhalb des Gipfels des Chimborazo (mit 6310m Punkt der Erde, der am nähesten an der Sonne liegt)
-wir sind bis stolze 5100m gekommen, wo die Luft dann langsam echt sehr dünn wird und man sich ein wenig bekifft fühlt

Was soll ich jetzt wieder alles groß beschreiben (wer weiß, ob ich das überhaupt könnte)?
Genau für diesen Fall haben Finja, eine supergute Freundin von YFU, und ich ein kleines Video gemacht.
Wurde wirklich ziemlich gut und bin ehrlich gesagt doch auch ziemlich stolz auf uns, dass da so was geiles draus raus gekommen ist.
Ruta de los Volcanes

Falls wieder mal diese Frage aufkommen könnte: Nein, Finja und ich sind nur Freunde, auch wenn wir so süß zusammen sind, das sind wir sowieso von Natur aus. Haben uns einfach ganz dolle lieb, mehr aber nicht hahah ;) 

Ich glaube nach dem Video brauche ich nicht mehr zu erklären, wie geil diese Reise einfach war.
Nur die Kälte war ich schon gar nicht mehr gewöhnt. Mit unseren täglichen 28 Grad hier in Santo Domingo ist alles ab 20 Grad abwärts doch schon unangenehm kühl. Jetzt denkt ihr doch bestimmt, wie kann man diese Temperaturen schon kalt empfinden, wenn doch bei uns in Deutschland diese Temperaturen heißester Sommer bedeuten. Aber nein wirklich, ich habe mich schon total an unsere 28 Grad und 100% Luftfeuchtigkeit angepasst.
Jetzt will ich aber mal nicht nur übers Wetter reden, das heiße ja sonst, es gäbe nichts mehr zu sagen, aber das ist nicht so.

Wie ich irgendwann vielleicht schon mal erwähnt habe, es kommen Freunde aus meiner deutschen Schule in einem einmonatigem Mini-Austausch hierher nach Quito.
Auf einmal nicht mehr mit Latinas,
sondern mit deutschen Chicas
Und diese Freunde sind jetzt schließlich angekommen und ich habe mich dann wirklich mal dahinbewegt, um die alle dort in Quito zu besuchen.
Es war so schön, aber auch wieder komisch, auf einmal die alten Freunde zu sehen und dann auch noch so weit entfernt (übrigens genau 10.000km) von Deutschland.
Auf einmal sprachen alle um mich herum wieder deutsch. Das war schon ungewohnt für mich.
Habe mich in allem aber total gefreut, die alle dort sehen und ein wenig Zeit mit ihnen verbringen zu können.


In der Finca das Osterfestmahl genießen
Ansonsten sind wir gerade genau wie ihr in der "Semana Santa", in der Osterwoche.
Bis ich kapiert habe, dass mit Semana Santa (heilige Woche) Ostern gemeint ist, war Ostern eigentlich schon da. Hier gibt es das eben alles nicht mit Eiern, Osterlamm und Schokohasen.
An Ostern finden hier in einigen Städten Prozessionen statt, in der Regel von einer Person angeführt, die als Personifikation Jesus das Kreuz auf dem Rücken trägt. Natürlich wird hier wie zu jedem Fest groß gegessen und es gibt typische Speisen. An den Ostertagen gibt es hier kein Fleisch, es werden eher traditionelle ecuadorianische Gerichte gekocht, wie zum Beispiel die "fanesca" (Suppe, bestehend aus 12 verschiedenen Getreidesorten) oder "empanadas" (gefüllte Teigtaschen).


Das wäre es dann schon wieder von mir. Hier bei mir in Ecuador ist also alles entspannt in den letzten Monaten.
Habe mich perfekt in die Familie eingelebt und fühle mich total zuhause hier, es läuft wie ich es mir immer gewünscht habe.
Die nächsten kleinen Reisen kommen bestimmt bald. Ich werde berichten.
Bleibt alle gesund und munter dort auf der anderen Insel, genießt das pünktlich zu Ostern eingetroffene Frühlingswetter und grüßt mir den Osterhasen von mir, der es bis hier nach Südamerika ja anscheinend nie geschafft hat.


Felices Pascuas! Frohe Ostern!
Euer Jona

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