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| Mis amigos - Meine Freunde |
Jetzt ist die Karnevalswoche vorbei und ich kann euch endlich mal berichten, wie man hier so abgeht. Es ist nämlich hier doch alles wieder mal ein bisschen anders. Natürlich wird so wie in Deutschland immer schön gesoffen an Fasching. Allgemein finden die Ecuadorianer immer irgendwas zum feiern, um dann einen Grund zu haben, um zu saufen. Ehrlich gesagt ist mir das auch ziemlich sympathisch.
Die erste Tradition ist noch ziemlich gleich mit dem Kölle-Faschings-Radau. Faschingsumzug.
Mit meinem "Ex-"Cousin (so muss ich das ja jetzt irgendwie beschreiben immer mit dem "EX"...) haben wir hinten in dem roten Ford Pick-Up-Klassiker von meinem Ex-Papa die Prinzessin von Santo Domingo wortwörtlich abgeschleppt und hinten in den Lader verstaut, um sie dann auf dem Umzug zu präsentieren.Als Blonder war ich mal wieder eine riesen Attraktion auf dem Umzug und alle haben mich wie schon gewohnt angestarrt, als käme ich aus einer anderen Welt (ja gut, für die meisten hier ist Europa eine andere Welt).
Man denkt, wenn man angestarrt wird, dass man ansonsten in Ruhe gelassen wird.
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| Auf dem Umzug - Reste von einer Schaumschlacht (Espuma) |
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| Mit kleinen Tsachila-Mädchen (Ureinwohner aus St. Dmg) |
So ist einfach Ecuador. Den Menschen macht sowas nichts aus, sie wollen einfach nur Spaß am Leben haben. Auch deswegen liebe ich dieses Land und die Menschen sowas von.
Die dritte Tradition hier an Karneval ist, dass man an den Strand fährt und da dann mit Bergen von Menschen mega Fiestas veranstaltet. Das habe ich mir natürlich mit meinem Bruder und meinen Freunden nicht entgehen lassen und kurzerhand haben wir uns mit dem Bus nach Canoa an den Strand gewagt.
Wunderschön der Strand und das Meer dort, aber wir sind ja wegen dem Feiern dorthin gefahren.
Wir hatten eine verdammt geile (@Papa: wohlschmeckende) Nacht mit vielen Menschen, bester Stimmung, Discos, Bars und Konzerten (wieder mal mit allen vorstellbaren Musikrichtungen: Salsa, Bachata, Reggaeton, Salsachoke, DJs...) direkt auf dem Sand. Man kann gar nicht erklären, was das für ein krankes Gefühl ist, bei den chillgsten Beats direkt auf dem Strand, auf dem Sand neben dem rauschenden Meer zu tanzen und abzugehen.
...Canoa tagsüber...
...und Canoa nachts...

Das war einer der besten Nächte, die ich hier hatte. Eigentlich wollten wir noch einen Tag bleiben, aber am nächsten Tag waren wir so fertig vom vielen Tanzen (endlich mal wieder einen schönen Hangover gehabt), dass wir dann am Nachmittag doch wieder nachhause gefahren sind...
Die vierte Tradition ist, dass man mit der Familie ein kleines Familienfest (die Familien sind immer so riesig, dass es sowieso immer ein riesen Fest wird) veranstaltet.
So haben wir uns mit der Großfamilie in unserer Finca getroffen getroffen, um dort den Tag zusammen zu verbringen. Anlässlich der Feierlichkeiten haben wir gerade mal so eins von unseren Schweinen geschlachtet, zerlegt, gegrillt und schon direkt ein paar Stunden nach seinem Tod gegessen. Frischer geht es nicht. Und das Fleisch schmeckt noch besser, wenn man kurz vorher noch mit dem Schweinchen gespielt hat und es fröhlich vor einem rumgegrunzt hat (Grüße an unsere Vegetarier; besonders an meine liebe Patentante Biggi, die mir dafür jetzt bestimmt die Patenschaft kündigt).
Erst Schwein geschlachtet und dann mal wieder selber untereinander eine Schlacht veranstaltet. Dieses Mal aber nicht nur mit Schaum und Farben, sondern auch Schlamm in unserer eigenen Schlammgrube auf der Finca. Lustig war es, bis ich dann auch an der Reihe war...
Am Abend wurde natürlich, wie immer bei Feiern hier, wild getanzt. Tanzen und Südamerika gehört einfach zusammen und ich habe mich so sehr in Tanzen verliebt. In Deutschland braucht man bei Festen erstmal eine Menge Alkohol, bis sich endlich mal der erste erhebt, auf die Tanzfläche geht und anfängt zu tanzen (falls man das Tanzen nennen kann). Hier braucht man das alles nicht (okey, ja es wird auch viel getrunken, ist aber nicht notwendig), hier wird einfach getanzt.
Ich als Deutscher konnte nie so richtig tanzen, bin jetzt aber hier sowas von Ecuadorianer geworden, wie alle meine Freunde und Familie sagen, dass mein Körper einfach tanzt, wenn ich irgendwelche Musik höre.
Meine Gasteltern nenne ich auch schon Mama und Papa und das bedeutet was. In meiner alten Familie habe ich das zum Beispiel nicht gemacht. Aber jetzt in meiner neuen Familie sind meine Eltern wirklich wie echte Eltern für mich und das macht einem alles viel einfacher. Ich fühle mich total zuhause bei meiner neuen Familie.
Ich will es nicht wahrhaben, dass nur noch 4 Monate fehlen, bis hier alles vorbei ist. Daran versuche ich aber nicht zu denken und genieße die Zeit perfekt mit meinem Bruder und dem ganzen Rest.
Das waren also meine Faschingstage, komplett anders, aber verdammt schön.
Viel mehr gibt es jetzt auch nicht mehr zu sagen, es ist nun mal Ferienzeit, da wird allgemein schön entspannt, mit Freunden getroffen, gegessen, Sport gemacht, geschlafen, geschlafen und geschlafen...
Ich berichte aber natürlich weiter, wenn es wieder was zu berichten gibt.
Bis dahin, meine geliebten Leute die sich wirklich meine ewigen langweiligen Texte durchlesen, passt auf euch auf.
(Ach ja und lest euch bitte weiter meine Texte durch ;) Ich hoffe doch mal, so langweilig ist das alles hier gar nicht...
Wenn doch, dann behaltet es bei euch, sonst fühle ich mich echt gekränkt). Spaß beiseite.
Macht es gut! Adios!
Euer Jona






Hallo Jonathan,
AntwortenLöschendanke für deine vielen ausführlich beschriebenen Blogeinträge! Dadurch konnte ich einen ersten Eindruck über Ecuador gewinnen und wusste dann letztendlich auch was ich bei meiner Ecuadorreise nicht missen darf. Ich bin nur nicht ganz so mutig wie du gewesen und habe mir deshalb viele Touren über einen einheimischen Reiseveranstalter gebucht.
Aber wie du auch beschrieben hast, Ecuador ist unglaublich!
Falls jemand Interesse hat geführt Touren mitzumachen, sende ich hier die Internetseite mit hinein...
Gulliver Expeditions (www.gulliver.com.de)
Danke für deine tollen Blogeinträge und dir alles Gute,
Ursula